Der Kurzgeschichten-Wettbewerb und was draus geworden ist

Huhu!
Der folgende Text ist schon zwei Jahre alt, aber ich möchte ihn trotzdem mal mit euch teilen. Ich habe neulich mal nachschaut, die Kurzgeschichte, um die es geht, wurde mittlerweile aus der App gelöscht, daher kann ich sie nicht mehr verlinken. Ich habe damals einiges über meine Freunde und schlechte Ausreden gelernt, und heute habe ich davon ein wenig Abstand gewonnen und an weiteren Wettbewerben teilgenommen. Ich habe sogar auf einer Lesebühne etwas von mir vorgelesen und möchte dieses Jahr am Pfalzpreis für Literatur teilnehmen – ich bewerbe mich auf den Nachwuchspreis. 🙂
Wer mir beim Schreiben und Studieren zusehen will, kann sich gerne mal den Instagram-Account @diegebieterderzeit und die Facebook-Seite Die Gebieter der Zeit ansehen. 😉
Huhu! 🙂
Vorsicht, langer Text ohne Bilder! Ich bin eine schlechte Bloggerin. 😉
Vor einigen Tagen ging der Kurzgeschichten-Wettbewerb zu Ende, an dem ich teilgenommen habe. Zur Erinnerung: ich schreibe gerade einen Fantasy-Roman und da könnte man ein Marketing-Paket, ein professionelles Lektorat und kostenloses Cover-Design gut gebrauchen(das war der Hauptgewinn). 🙂 Vor allem, wenn man wie ich vorhat, unter die Self Publisher zu gehen. Also habe ich bei dem Wettbewerb mitgemacht. Vor allem, weil man einen Romananfang einschicken könnte. Klang toll – hatte ich ja schon auf Lager.
Als ich mir die Bedingungen durchlas, kam die erste Ernüchterung: der Wettbewerbsbeitrag musste mit einem bestimmten Satz beginnen. Zähneknirschend beschloss ich, meinen Romananfang nicht einzusenden, sondern eine komplett neue Kurzgeschichte zu schreiben. Das war eigentlich kein Problem, ich war einigermaßen inspiriert, und da ich Schreiben zu meinem Beruf machen möchte, sollte ich auch in der Lage sein, auf Knopfdruck eine kleine Kurzgeschichte auszuspucken.
Die zweite Ernüchterung kam, als ich mir dachte: Hm, geh doch herausfinden, wie man diesen Wettbewerb eigentlich gewinnen kann. Die Antwort: möglichst viele Fünf-Sterne-Rezensionen sammeln. Der Wettbewerb fand in einer öffentlich zugänglichen App, readfy, statt. Und den Gewinner wählte nicht etwa eine Jury, sondern das „Publikum“, die Nutzer der App. In einem Blogpost gab BoD sogar Tips, wie man den Wettbewerb gewinnen könne – ruft einfach alle eure Leser auf, euch fünf Sterne zu geben! (Moment mal, ich dachte, das ist ein Newcomer-Wettbewerb? Wie können Leute, die noch nichts veröffentlicht haben, Leser haben?) Genervt schickte ich meine Kurzgeschichte trotzdem ein, auch wenn ich mir nun keine Chance mehr ausrechnete.
Und dann versuchte ich, Werbung zu machen. Ich hab ein paar Mal auf Instagram und auf meiner privaten Facebook-Seite gepostet, auch hier auf dem Blog, um ehrlich zu sein, hab ich alle verfügbaren sozialen Netzwerke mindestens einmal mit meinem Beitrag geimpft. Die Reaktionen waren eher ernüchternd, also dachte ich mir: keiner kann was dagegen sagen, wenn du einfach alle deine Freunde eine Rezension schreiben lässt. Ist schließlich ein öffentlicher Wettbewerb! Und dann dachte ich noch: wenn du direkt auf die Leute zugehst, können sie doch gar nicht Nein sagen. Es sind doch deine Freunde! Oh je – hab ich mich geirrt. 😉
Es scheint heutzutage nämlich nicht mehr angesagt zu sein, sich gegenseitig zu unterstützen. Diesen Grundtenor unserer Gesellschaft habe ich schon öfter im Fernsehen und in Zeitschriften wahrgenommen. Jeder dreht sich nur noch um sich selbst und lebt in seiner eigenen kleinen Welt. In Zeitschriften liest man immer wieder: „Kümmern Sie sich doch mal um sich selbst und lassen Sie die anderen links liegen!“ (Das ist eine fiktive Überschrift, aber so ähnlich sehe ich das tatsächlich überall) Irgendwie scheint sich alles nur noch um Konsum zu drehen. Ein bisschen kann ich die Verschwörungstheoretikern schon verstehen, die behaupten, man würde uns alle nur einlullen. 😉 Die meisten Leute, die ich kenne, sind total an ihr Smartphone gefesselt, und nicht in der Lage, einem beim Gespräch in die Augen zu schauen. Und nach zehn Sekunden ist die Aufmerksamkeit sowieso weg, wenn man nichts Besseres zu bieten hat als das Handy. Irgendwie komm ich mit dieser Gesellschaft nicht klar… aber zurück zu meinen Freunden. 😉
Die dämlichste Ausrede, die ich mich mir (Face to face!) anhören musste, war: Oh, ich würde dir gerne helfen, aber – ich hab sooo viel zu lernen für meine Prüfungen und überhaupt keine Zeit für sowas! Das kam ernsthaft nachdem wir anderthalb Stunden gemütlich beim Mittagessen saßen. Merkt noch jemand den Fehler? 😀 Ich hab mal bei der Rezensentin meines Vertrauens nachgefragt, wie lange sie dafür gebraucht hat. Sie meinte: Och, naja, so zwei Minuten vielleicht?
Oder, um es mal ein bisschen konkreter auszudrücken: das kann man erledigen, während man morgens auf dem Pott hockt! Es ging ja nur um die fünf Sterne, die Rezension hätte auch zwei Wörter lang ein können. Aber das war für manche meiner Freunde eben schon ein Klick zuviel. 😉
Was hab ich daraus gelernt? Marketing ist heutzutage alles, zumindest bei BoD, sonst hätte man die Wettbewerbsbedingungen anders festgelegt. Und mit so einer Aktion kann man wunderbar die Leute aussieben, denen wirklich was an dir liegt. Also, wenn ihr das Verlangen nach einem Freundschafts -Detoxing habt, wisst ihr jetzt, was man da machen kann. 😉
Oh, und es wäre es nach Qualität oder nach der durchschnittlich höchsten Bewertung gegangen, hätte ich eine gute Chance auf den Sieg gehabt. Manche Beiträge waren nämlich echt mies, aber der Teilnehmer hatte es geschafft, seinen kompletten Freundeskreis zu akquirieren. Und ich frage mich, ob es das überhaupt wert war? Naja, immerhin kursiert jetzt eine Kurzgeschichte von mir im Internet – genau genommen meine erste Veröffentlichung. Ich weiß nicht, ob die Wettbewerbsbeiträge nach dem Wettbewerb gelöscht werden, aber ich verlinke euch meine Kurzgeschichte trotzdem mal. 😉

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